Yoga schult die Körperspannung, Koordination und Balance. Wenn du aber noch nicht weißt wohin mit der Power (oder die Mukis gerade erst im Aufbauprozess sind) kann es in den Kriegerhaltungen ordentlich wackelig werden.
Mangelnde Balance kann viele Ursachen haben. Folgende Elemente können deiner Yoga Praxis Stabilität schenken:
  • Muskuläre Ausrichtung
  • Gedankliche Ausrichtung
  • Emotionale Ausrichtung

 

Muskuläre Ausrichtung für mehr Balance im Krieger I

 

  1. Stelle die Füße hüftgelenksbreit in einem langen Ausfallschritt auf. Beuge das vordere Bein 90°, so dass das Kniegelenk eine Linie mit dem Sprunggelenk bildet. Die Fußballen des hinteren Beins sind aufgestellt, die Ferse streckt kraftvoll nach hinten.

    Tara Stiles von www.StralaYoga.com im Ausfallschritt

    Tara Stiles von www.StralaYoga.com im Ausfallschritt

  2. Verlagere deine Gewicht komplett gleichmäßig auf dein Fundament. Beide Beine, Füße und Fußsohlen sind gleichermaßen belasten. Das lasst sich am Stand up Paddle super üben… das Nass des Wassers gibt dir Instant Feedback!
  3. Stelle dir eine imaginäre Linie vor, die zwischen deinen Fußinnenkanten verläuft zwicke diese mit den Oberschenkelinnenseiten ein.
  4. Die Füße ziehen ebenfalls muskulär zueinander, ohne sich vom Fleck zu bewegen, damit sich das Becken nach vorne schließen kann. In anderen Worten: beide Hüftknochen sind auf einer Höhe.
  5. Das Steißbein zieht Richtung hintere Ferse und damit den unteren Rücken lang.
  6. Die Fingerspitzen oder Handflächen berühren die Matte nur sanft. Der Oberkörper wird von der Bauch- und Rückenmuskulatur getragen.
  7. Ziehe die Schultern nach oben ins Gelenk und öffne das Brustbein nach vorne unten.
  8. Von hier hebe deine Hände in Zeitlupe über vorne hoch in den Berg.
  9. Beuge das hintere Bein noch einmal und ziehe das Schambein kraftvoll nach vorne oben. Halte die dabei entstehende Spannung und strecke das hintere Bein wieder maximal durch.
  10. Ziehe die Ellenbogen hinter deinen Rippenbögen dorsal zueinander und erlaube deinem Schlüsselbein sich nach oben zu weiten.
  11. Gleichzeitig vermeide deine Rippenbögen aufpoppen zu lassen. Stelle dir stattdessen vor, du trägst ein Korsett, dass deine unteren Rippenbögen in Position hält. Lass dir ruhig etwas Zeit die kleinen Muskeln zu finden, mit denen du diese subtile Bewegung ansteuern kannst.
  12. Strecke deine Oberarme wieder hinter deine Ohren über den Kopf und bringe Spannung bis in die Fingerspitzen.
  13. Atme. Die ganze Zeit. Ganz entspannt. Das hilft dir, den optimalen Mix aus Kraft und Leichtigkeit zu finden, aus Anspannung und Entspannung.

 

Zugegeben, das ist jetzt etwas viel. Lass dir Zeit, die Haltung zu erforschen und nimm dir einen Ausrichtungstipp nach dem anderen vor. Übe regelmäßig zu Hause und suche dir einen Yogalehrer, der dir die Haltungen auf kreative und entspannt näher bringt.

 

 

Quelle: www.flickr.com/photos/jirsy/

Quelle: www.flickr.com/photos/jirsy/

Variante
Du kannst den hinteren Fuß wie im Bild übrigens auch auf 45° anwinkeln. Wichtig dabei ist, dass die Fußaußenkante fest in den Boden drückt, das Knie in die selbe Richtung wie die Großzehe und 2. Zehe zeigt sowie die Hüfte geschlossen bleibt. Diese Variante ist bereits etwas Fortgeschrittener, da sie eine gewisse Flexibilität in der Hüfte fordert, damit das Knie stabilisiert bleibt!

Die Ausrichtung der Gedanken im Yoga

 

Wenn die Ausrichtung auf körperlicher Ebene gut ist, liegen die wackeligen Beine oft an einem Meer an Gedanken im Kopf.

Ruhe und Entspannung im Kopf überträgt sich direkt in die Yoga Praxis. Und umgekehrt. Folgende Techniken unterstützen die Ausrichtung der Gedanken ins Hier und Jetzt

  • Nutze die ersten Minuten deiner Praxis in Stille. Halte im Sitzen (alternativ im Herabschauenden Hund oder Savasana) für einige Atemzüge inne und scanne durch deinen ganzen Körper. Nimm wahr was ist, ohne es zu bewerten. Von der Zehenspitze bis zum Scheitel.
  • Fixiere einen Punkt, der sich nicht bewegt. Deine Augen werden damit dein drittes Standbein. Drishti bündelt mit dem Blick auch deine Gedanken und schenkt dir damit die Achtsamkeit, die eine anspruchsvolle Praxis fordert.
  • Wann immer deine Gedanken unaufhörlich durch Raum und Zeit schweifen: Sammle deine Aufmerksamkeit auf den Atem.

 

Emotionale Komponenten kennen und verstehen

 

Kennst du den Umfalleffekt? Wann immer etwas deine Aufmerksamkeit schlagartig vereinnahmt, läufst du Gefahr, die Balance zu verlieren.
Du hast den Umfalleffekt vlt. schon erlebt, wenn du dich von jemand beobachtet gefühlt hast. Mit dieser Erkenntnis schweiften deine Gedanken ab. Wenn dir die Meinung dieses Menschen am Herzen lag, war es vermutlich umso schwerer die Aufmerksamkeit wieder zu bündeln.
Deine Gedanken und Emotionen stehen in direktem Verhähltnis zu deinen Aktionen. 
An diesem Punkt wird Yoga plötzlich mehr als Fitness. Hier steckt viel Selbsterfahrung und Entwicklungspotential. Während der Yoga Praxis stärkst und dehnst du nicht nur deinen Körper. Du hast auch die Chance, deine Gedanken und Emotionen zu erforschen. Je tiefer du dir erlaubst, in diese Welt einzutauchen, desto mehr kannst du das Ruder wieder in die Hand nehmen.
Das Wort Yoga leitet sich von der Sanskritwurzel yuj ab – was so viel wie anjochen bedeutet: Der Geist hält als Lenker die fünf Sinne im Zaum, spannt sie vor den Wagen – Körper – und gibt ihm die Richtung vor. Yoga ist das Gespann zwischen Lenker und Wagen!

Aufgabe: Mehr Balance im Yoga Krieger in 10 min

Stelle sicher, dass du nicht von deinem Handy oder anderen Lapalien abgelenkt wirst. Nimm dir fünf Minuten Zeit, um im Sitzen alles wahrzunehmen, was ist. Beginne dann tief durch die Nase in den Bauch und die Brust zu atmen. Zähle jede volle Atmung (ein + aus) von eins bis vier. Beginne dann wieder von vorne. Wenn deine Gedanken wegdriften: Beginne von vorne. Das beruhigt die Gedanken. Und dann, in aller Ruhe, mit deiner Atmung, komme langsam über den Vierfüßlerstand in den Sprinter. Folge den Schritten von Punkt eins bis 13 so gut es geht. Vertraue darauf, dass du dir alles gemerkt hast, was jetzt wichtig ist und konzentriere dich auf die Erfahrung.
 Erzähl! Wie geht es dir mit der Balance im Yoga?

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