YOGA IST FÜR MICH BIS HEUTE EIN STÄNDIGER PROZESS. MEINE PERSÖNLICHE PRAXIS WIE MEINE KURSE DÜRFEN SICH STÄNDIG WEITERENTWICKELN. HEUTE TEILE ICH EINIGE MEINER ERFAHRUNGEN AUF DER MATTE MIT DIR, INKLUSIVE ANLEITUNG ZUM NACHMACHEN.

1. Nimm jeden Atemzug (wahr), als ob es dein erster wäre.

Der Schlüssel zu einer erfüllten Yoga Praxis liegt in der Atmung. Wenn du erkennst, dass jeder Atemzug einzigartig und unwiederbringlich ist, öffnet sich dein Auge für die Magie des Moments. Du fühlst, wie sich Atmung und Bewegung gegenseitig unterstützen können. Du erkennst, wie sich Atmung und Gedanken verstricken. Du siehst, wie sich deine Emotionen im Atem widerspiegeln. Erfahre deinen Atem und sei dabei neugierig wie ein Kind.

Setze dich aufrecht auf ein Kissen oder einen Sessel. Fokussiere deinen Atem, Zug um Zug. Beginne deine Atemzüge anzugleichen und in Harmonie fließen zu lassen. Es gibt kein richtig oder falsch, es geht um das Bestreben selbst. Versuche die selbe Übung in deine Yoga Praxis einfließen zu lassen: Wie gelingt es dir unterschiedlichen Yoga Haltungen?

2. Behalte dir den Anfängergeist

Einer meiner Lehrer hat einmal erzählt, dass eines seiner Mantren „Ich weiß nichts“ lautet. In der Meditation sagte er zu sich selbst immer und immer wieder „Ich weiß nichts, ich weiß nichts, ich weiß gar nichts.“ Damals habe ich mich selbst mit einem Hauch von Sarkasmus gefragt, was es denn über mich aussagte, wenn ER schon nichts weiß. Heute kann ich mir aus diesem Nichtwissen sehr viel mehr herausholen:

Wir suchen die Wahrheit immer in komplexeren Verstrickungen und übersehen darüber die Essenz des Moments. Wir glauben, dass das, was wir in der Yoga Stunde suchen, darin liegt, eine Übung zu meistern. Und insgeheim in der Meisterschaft den anderen zeigen wollen, dass wir es drauf haben. Doch wie wollen wir in diesem ständigen Bestreben Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und innere Größe finden? Es geht beim Yoga nicht darum, irgendwo hinzukommen. Du wirst vielmehr herausfinden, dass schon alles da ist. Jede neue Technik und die damit einhergehende Erfahrung ist nur ein weiterer Umweg zurück zum Ursprung.

Gehe immer wieder zurück zur Basis und wiederhole diese, ohne auf den repetitiven Autopiloten umzuschalten. Erlaube dir, bereits Bekanntes immer wieder neu zu erfahren. Mit ein wenig Neugierde wirst du herausfinden, wie viel Erfahrung in einer einfachen Haltung wie dem aufrechten Stehen in Tadasana stecken kann. Besuche noch diese Woche eine Anfängerstunde und probiere es aus!

3. Fordere deinen Willenskraftmuskel heraus.

Yoga ist eine intensive Auseinandersetzung mit seinen Gedanken und Emotionen. Yoga macht nicht mit deinem inneren Affen „MonkeyMind“ vertraut. Er sitzt auf deiner Schulter und flüstert dir ständig irgend etwas ins Ohr. Je fordernder die Praxis, je lauter wird er. Je anstrengender es wird, desto mehr rät er dir aufzuhören. Er lässt sich allerhand Geschichten einfallen, um dich aufzuhalten. Auf der anderen Schulter sitzt deine Intuition. Sie weiß, was dir gut tut. Die Kunst ist, den Unterschied zwischen beiden Stimmen kennen zu lernen. Sobald du weißt, was wirklich gut für dich ist, kannst du MonkeyMind zähmen und findest deine Kraft im Moment.

Setze oder stelle dich aufrecht hin und strecke deine Arme auf Höhe des Horizonts aus. Die Handflächen zeigen nach oben, die Hände und Arme sind entspannt, das Schultergelenk ruht in der Pfanne. Schließe deine Augen und atme. Falls du beginnst zu zittern konzentriere dich darauf, dass dein Atem noch immer ruhiger und entspannt fließt. Bleibe in diesem Fluss für drei bis fünfzehn Minuten.

4. Lass’ auch mal gut sein.

Das Leben ist nicht bloß schwarz oder weiß, es ist nicht einmal grau. Das Leben spielt in allen Farben. So dürfen auch deiner Yoga Praxis verschiedene Aspekte innewohnen. Wenn du ein feuriger Typ bist, wirst du es wie ich lieben, auf der Matte ins Schwitzen zu kommen. Du wirst dich jedes Mal mehr pushen. Erst wenn es darum geht, dich fallen zu lassen, stößt du an deine Grenzen. Dabei wirken eine kurze Pause oder eine passiv orientierte Praxis mitunter Wunder. Selbst Spitzensportler trainieren nicht ständig auf Vollgas und gönnen sich regelmäßige kurze und längere Regenerationsphasen. Restorative oder Yin Yoga wäre das ideale Kontrastprogramm für den Power Yogi.

Lege deine Beine an einer Wand hoch, lege dir eine Decke unter das Kreuzbein und richte dich so ein, dass du jede Spannung abgeben kannst. Richte die Aufmerksamkeit auf deine Atmung und deinen Körper und verweile mindestens drei bis fünf Minuten in der Haltung. Bleibe neugierig für die Veränderungen, es ist nie nichts los. Dein Körper arbeitet ständig.

5. Übernimm Verantwortung.

Laufe nicht blindlings irgendwelchen Vorgaben nach. Wenn es ein Gebot gibt, dann lautet es: Es gibt keine Verbote. Alles was gut tut, ist erlaubt. Lasse die Yoga Praxis dein eigenes werden. Erlaube dir, deinen Bewegungsspielraum zu erforschen und dabei in jeder Yoga Haltung die für dich optimale Balance zwischen Kraft und Leichtigkeit finden zu lassen. Deine Praxis darf so individuell werden wie dein Körper. Es gibt so viele Dogmen in dieser Welt, lass dich nicht von ihnen einsperren. Nutze, was dir dient und befreie dich von allem anderen. Mehr zum Thema Verantwortung findest du in dem Blog Artikel Töte Buddha

Verabschiede dich von richtig oder falsch und lerne dein Gefühl kennen. Nutze deine nächste Yoga Praxis, um deinen Körper kennen zu lernen und mit ihm zu arbeiten anstatt gegen ihn. Dein Yoga Lehrer, die Videos und Anleitungen, welche du dir ansiehst, sind wunderbare Inspirationen. Es ist an dir, diese umzusetzen und wenn notwendig für dich zu adaptieren.

Erzähle mir von deinem Aha-Moment beim Yoga!

 
 
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