Ich hasse es, wie die Haltungen meine Muskeln zum Zittern bringen,
ich hasse es, wie sich der Dehnreiz durch meinen ganzen Körper zieht,
ich hasse es, ohne Stillstand von einer Bewegung zur nächsten zu fließen,
und ich hasse wie dabei mein Herz zu pochen beginnt,
ich hasse wie meine Gedanken dabei ruhig werden,
ich hasse es so sehr, dass ich fast weinen muss – noch mehr als über diesen miesen Reimen,
ich hasse wie es mich immer aufs Neue herausfordert, mit all den Leitsätzen und Philosophien,
ich hasse es, wenn es mich zur Ruhe zwingt, noch mehr, als meine Herumstresserei,
ich hasse es, wenn es mich nicht zum Tanz aufgefordert hat,
Doch am meisten hasse ich…

Ach was, Blödsinn – als Lügnerin wäre ich dem Untergang geweihnt. Ich liebe Yoga. Seit ich die Yoga Challenge gestartet habe und täglich eine halbe Stunde Yoga übe – zusätzlich zum Unterrichten und Bloggen, empfinde ich mich fast schon als Yoga Nerd.

Karls Aufruf, von meinem letzten Flow Erlebnis zu berichten, kam da genau richtig. Ein Thema, das ihn aktuell in seinem Blog lebenskuenstler.at beschäftigt.

 

Was ist der Flow?

Kannst du dich erinnern, wann du zuletzt voller Begeisterung auf eine Sache konzentiert warst? Deine gesamte Aufmerksamkeit war auf diese eine Sache gerichtet und nichts und niemand konnte dich aufhalten… Der Flow ist die Leidenschaft, die du in diesem Moment empfindest. Und für mich ist das Leben pur.

Flow ist auch als Yoga Stil ein Begriff: Flow ist das fließende ineinandergreifen von Haltungen. In Sanskrit auch als Vinyasa bekannt: Nyasa bedeutet Platzierung und Vi heißt auf eine bestimmte Art und Weise…  Zugegeben: Die Sprache lässt einiges an Spielraum für Definition. Ich definiere eine Vinyasa Yoga wie folgt:

Vinyasa ist eine fließende Sequenz, bei der Atmung und Bewegung synchronisiert werden.

 

Mein letztes Flow Erlebnis

Meine Antwort auf Karls Frage, wann ich mein letztes Flow Erlebnis hatte, könnte also passender nicht sein: Beim Vinyasa Yoga.

Der Flow Zustand ist für jeden von uns zugänglich. Manchmal fühle ich mich, als ob er ständig in mir schlummert und endlich wieder ausbrechen möchte… Jeder hat andere Tools, mit dem er ihn hervorkitzelt. Und für mich ist das eben unter anderem Yoga.

 

High on Yoga

Ich liebe rhythmische Bewegung. Wenn ich die Yoga Haltungen mit Musik kombiniere ist es, als ob ich auf meiner Matte tanzen würde. Bewegung, Atmung und Musik werden eins und schwingen immerfort im Vier-Viertel-Takt. Ich schließe meine Augen und vergesse Zeit und Raum. Bin absolut fokussiert darauf, meine Bewegung zu verfeinern und nehme den Moment dabei ganz bewusst wahr. Ich zittere und die Schweißperlen laufen über meine Stirn … und ich liebe jeden Moment davon. Es gibt kein fest definiertes Ziel mehr, weder übermäßige Euphorie noch Ängste – es ist, wie es ist.

Wenn die Yoga Haltungen ineinander greifen, synchronisiert mit meinem Atem und der Musik, die ich gerne höre, dann bin ich im Flow.

Yoga erinnert mich daran, dass ich lebendig bin. Und worin sonst besteht denn das Leben als in jedem Augenblick selbst?

Nach jeder intensiven Yoga Session fühle ich mich wie ein neuer Mensch: Mal komme ich ruhig und besonnen aus der Stunde. Mal entspannt und introvertiert. Und manchmal hyperaktiv und beschwingt. Ernsthaft. Das alles kann Yoga mit dir machen. Und intuitiv weiß ich, dass es da noch immer viel zu entdecken gibt.

 

Bewegung und Atem verbinden

Im Flow setzt man sich mit zwei wesentlichen Aspekten des Lebens auseinander: Dem Körper und dem Atem. Wenn beide in Einklang fließen legen sich die Gedanken zur Ruhe anstatt sich im Kreis zu drehen. Es ist wie Meditation in Bewegung. Anstatt irgendetwas oder jemanden – vor allem nicht sich selbst – zu bewerten, tritt im Flow das Empfinden in den Vordergrund. Positiv und negativ verschwimmen zu einem Ganzen. Ich bin. Und das reicht vollkommen aus.

 

Teste dich

Nimm beide Arme über den Kopf. Atme blitzschnell aus, gleichzeitig senke deine Arme gaaanz langsam.

Gar nicht so leicht, was? – Bewegung und Atmung sind von Natur her eng miteinander verknüpft. Das eine ist durch das andere bedingt. Natürlich ist es möglich, es zu trennen. Aber warum sollte man eine Brücke abbrechen, wenn man sie doch überqueren will?! Young Ho Kim bringt mit folgender Analogie auf den Punkt:

Es ist wie rückwärts sprechen! Es ist möglich. Aber nicht natürlich. Und vor allem wozu??? – Young Ho Kim

Friede, Freude, Eierkuchen oder was?

Mein kleines Gedicht ist eine Homage an die Polaritäten. Yoga bereichert mein Leben. Und doch:  Vor fünf Jahren war ich im herabschauenden Hund wirklich nicht sicher, ob ich nicht eher ein sterbender Schwan bin. Im Krieger I habe ich darauf gewartet, wenn mich der Lehrer aus der Position erlöst. Und bei Hanumanasana alias Spagat dachte ich, meine Bänder reißen jeden Moment (okay, dabei bin ich mir heute auch noch nicht ganz sicher). Aber noch viel schwieriger war es damals für mich, fünf Minuten ruhig dazusitzen.

Wann hast du dir zuletzt vorgestellt, deinen Liebsten auf den Mond zu schießen? – Keine Sorge. So lange du die Vorstellung nicht in die Tat umgesetzt hast, ist das nur menschlich. Das Leben ist einfach nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen.

Unser Beruf, Freunde und Hobbies stellen uns tagtäglich vor Herausforderungen. Erst wenn wir uns in einer Sache richtig daheim sind können wir uns auch wirklich in ihr verlieren und darin aufgehen.

 

Wann warst du das letzte Mal im Flow? Teile dein High-Erlebnis als Kommentar… 

  

 
 
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