EGAL OB SÜCHTIGER, OPFER ODER SUPERHELD: WIR ALLE TRAGEN DIE VERANTWORTUNG FÜR UNSER TUN. DIE GESELLSCHAFT KANN NUR EINEN RAHMEN SCHAFFEN, DER DIE ENTWICKLUNG DES EINZELNEN FÖRDERT. DEN WEG MUSS JEDER SELBST GEHEN.

Vom Gehorsam zur Verantwortung

Wir leben in einer Welt, in der es immer einen Schuldigen geben muss. Beim Autofahren, bei einer Scheidung, bei einer Katastrophe… Wir sind so geübt im Anschwärzen, dass wir für alle Eventualitäten ausreichend Stereotypen und Gesellschaftsgruppen zurecht gelegt haben. Allzeit bereit, mit dem Finger auf die anderen zu zeigen.

Wenn wir niemand anderes den schwarzen Peter in die Schuhe schieben können, zeigen wir verwirrt und notgedrungen mit dem Finger auf uns selbst. Wir behandeln uns mit der selben zerstörerischen Wut, mit der wir auf die anderen losgegangen wären. Ja vielleicht gehen wir mit uns selbst sogar noch härter ins Gericht.

Irgendjemand muss Schuld haben und bestraft werden. So funktioniert unsere Welt. Oder?

Das ständige Beurteilen, Verurteilen und Bestrafen ist gelernt. Es ist uns in die Wiege gelegt, wie es unseren Eltern in die Wiege gelegt wurde.

Nur weil etwas lange so war heißt es nicht, dass es morgen noch genau so sein muss! Finde dich nicht mit dem ab, was du glaubst zu sein. Wage den Blick über deine Vorstellung hinaus und erlaube dir, jeden Tag – ja jeden Atemzug – neu zu erleben.

Wo es Verantwortung gibt, gibt es keine Schuld. – Albert Camus

Wer die Verantwortung für sein Leben vollends übernommen hat, sucht keine Schuld. Wer Verantwortung übernimmt, sucht seinen eigenen Weg.

Eine Reise um die Welt ist ein Umweg zu sich selbst

Das Reisen konfrontiert mit einer ungeahnten Freiheit und eröffnet neue Möglichkeiten. Damit einher gehen allerlei Ängste… allen voran die Angst vor Veränderung.

kokon

Zu Hause im Kokon fühlt sich das Leben ja auch sehr sicher und bequem an. Nur sehr vorsichtig strecken wir die Fühler nach draußen um zu erahnen, was dort noch auf uns wartet. In einer Welt jenseits des Abendprogramms und der Ablenkung.

Weißt du, warum das Reisen verändert? – Weil sich der Spiegel, der dir von deiner Umwelt vorgehalten wird, verändert. Das erlaubt dir, dich selbst neu wahrzunehmen und dich weiterzuentwickeln.

Du bist umgeben von Menschen und Kulturen die dich ganz neu erleben. Du brichst mit deinen Gewohnheiten, indem du dich auf neue Traditionen einlässt.

So richtig bewusst wird einem das alles aber meist erst, wenn man nach einer ausgedehnten Reise wieder nach Hause in seinen Kokon kommt. Wenn man den Kontrast inmitten beider Welten erlebt.

Mein Freund Joe hat das Nachhause kommen wie folgt beschrieben:

The return home is always fraught with mixed emotions for me. On the one hand things are familiar, comfortable and a relief from the sensory overload so often experienced while abroad. On the other hand home can be disappointingly familiar and predictable to the point of boring. For about a week I’ll be more perceptive of my lifestyle differences before I fade back to my normal routine. For that one week of fresh perspective I’d highly encourage you to write down what you observe and feel. It will help you to remember what you learned and how you grew while you were abroad. – Joe Hardie

Die Krux die er beschreibt ist, dass du Menschen liebst in dir immer noch den Menschen sehen, dem sie Lebewohl gewinkt haben. Das stiftet Verwirrung, auf beiden Seiten. Plötzlich stellt sich unweigerlich die Frage: „Wer bin ich?“

Du, ich, unsere Liebsten … wir alle sind keine statischen Wesen. Wir können uns jeden Moment neu entscheiden, ob wir agieren wollen und wie wir reagieren.

Wenn wir alle Loslassen von dem Glauben, das jeder Einzelne von uns ein Fixum ist, ein unveränderliches Wesen, dann besteht auch die Chance für Veränderung und Wachstum.

Töte den Buddha

Nein, das ist keine Anstiftung zum Mord. Es ist vielmehr ein Weckruf!

Höre auf, deine Verantwortung zu delegieren. Nicht an deinen Liebsten, nicht an deinen Nachbarn, nicht an deinen Boss, auch nicht an die Gesellschaft oder Religion. Der einzige Mensch, der die Verantwortung für dein Leben übernehmen sollte, bist du selbst.

Embrace nothing: If you meet the Buddha, kill the Buddha. If you meet your father, kill your father. Only live your life as it is, not bound to anything.― Gautama Siddharta, Begründer des Buddhismus

Nimm dein leben selbst in die Hand.

Die Selbstverantwortung des Opfers

Ich hatten vor eine paar Jahren eine harte Diskussion mit meinem Liebsten, als ich ihm von einem Mobbing Opfer berichtete. Während ich Betroffenheit zeigte, meinte er nur kühl: Es gibt immer jemanden der jemanden disst, und jemanden der sich dissen lässt. Es dauerte lange, bis ich in seinen harten Worten die Selbstverantwortung des Opfers erkannte.

Natürlich können wir allerlei Regeln schaffen, in denen niemand den anderen verletzen kann. Aber wir sehen doch bereits, dass das nicht funktioniert. Es gibt nur zwei Dinge, die wir tun können: Gut für uns selbst sorgen und einen Rahmen schaffen, in dem auch andere für sich sorgen können.

Portugal hatte vor einiger Zeit große Drogenprobleme. Die Regierung ahndete mit immer härteren Strafen, während die Bevölkerung mit immer mehr Drogenkonsum (und den damit einhergehenden Straftaten) antwortete. Die Entkriminalisierung von Drogen vor 15 Jahren brachte Süchtige wieder in die Verantwortung für ihre Gesundheit, anstatt sie zu stigmatisieren und somit noch mehr in die Opferrolle zu drängen.

Egal ob Süchtiger oder Opfer oder Superheld: Wir alle tragen die Verantwortung für unser tun. In der Gesellschaft können wir nur einen Rahmen schaffen, der die Entwicklung jedes Einzelnen fördert. Den Weg muss jedoch jeder selbst gehen.

Der Wachruf „Töte Buddha“ dient all jenen, die auf ihrer Suche die Verantwortung für ihr Tun und Sein abgeben wollen. Allzu oft klinken sich Suchende an Religionen oder spirituelle Führer. Aber das ist bloß eine Umschichtung des eigentlichen Problems: Die Unfähigkeit, für seine Taten einzustehen ohne sich selbst und andere zu beurteilen.

Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst. – Dante

Veränderung ist immer möglich, mit jedem Moment. Jetzt. Jetzt. Jetzt. 

zeit

Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen einengen – dem Resultat des Denkens anderer. Lasst den Lärm der Stimmen anderer nicht eure innere Stimme ersticken. Das Wichtigste: Folgt eurem Herzen und eurer Intuition, sie wissen bereits, was ihr wirklich werden wollt.- Steve Jobs

Es sollte so einfach sein, seinem Herzen zu folgen. Wir Yogis wissen, dass in jedem von uns alles steckt. Auch all jenes, was es braucht, um Großes zu leisten. Wären da nicht so viele Stolpersteine auf dem Weg: Die Bequemlichkeit sich führen und fallen zu lassen. Die Angst, doch nicht genug zu sein und unterzugehen…

Die Schlange, welche sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln; sie hören auf, Geist zu sein. ―Friedrich Nietzsche

Es geht nicht darum, von jetzt auf gleich alles abzustoßen und blindlings darauf loszulaufen. Ganz im Gegenteil. Wenn du jeden Tag einen kleinen Schritt in die Richtung eines erfüllteren Lebens machst, bist du am richtigen Weg. Vertraue darauf, dass das alles irgendwann einen Sinn ergibt. Auch wenn du ihn jetzt noch nicht erkennst.

Sag mir: Wer hält dich zurück, deine innere Stimme zu hören und ihr zu folgen?

 
 
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