Das Farbenspiel des Herbstes ist bezaubernd. Die Spaziergänge in bunt gesäumten Alleen, das Rascheln des Laubes und die frische, kühle Luft wirken sehr bestärkend. Und doch: Mit jedem Blatt das die Blätter lassen stirbt ein Teil von ihnen. Sie müssen ihr Laub lassen, um durch den Winter zu kommen.

Diese Jahreszeit wirkt für mich persönlich ganz ähnlich: Im Herbst ist es für mich an der Zeit Ruhe zu finden und über das Leben zu reflektieren. So wie der Baum seine Blätter im Winter als Bürde empfindet, so enttarne auch ich Gewohnheiten, die mir nicht mehr dienlich sind.

Manche Gewohnheiten sind leicht zu ändern, andere brauchen etwas mehr Zeit und Fokus. 

Es kann sehr erschreckend sein, einen Teil von sich loszulassen, der einem so lange gedient hat. Und doch kann es befreiend wirken und Kraft spenden.

Dazu fällt mir eine Geschichte ein: Vor ein paar Jahren, als ich noch in der Unternehmenskommunikation tätig war, habe ich eine Kollegin aus Asien vom Flughafen geholt. Es war ihr erstes Mal in Europa und es war bitterkalter Winter. Auf der Fahrt in die Firma wurde sie mit jeder Minute ruhiger. Nach einiger Zeit brachte sie endlich mit unsicherer Stimme hervor, was ihr am Herzen lag: Sie war erschüttert von der Nacktheit der Bäume und glaubte, sie müssen sterben und eine schreckliche Krankheit würde Österreich heimsuchen. Sie fürchtete wohl auch um ihr eigenes Leben in diesem scheinbar kargen Land (und die Lady lebte in der Wüste!). Als ich ihr erklärt hatte, dass sich unsere Laubbäume gerade – wie jedes Jahr – auf den Winter vorbereiten, war sie beruhigt. Sie habe wohl schon vom Herbst in gemäßigten Zonen gehört, aber sich noch nie so viele Gedanken darüber gemacht. 

Im Herbst sammeln die Laubbäume ihre Energie – den Stickstoff aus dem Chlorophyll – in den Wurzeln und im Stamm. Sie lassen ihre Blätter los um zu überleben. So wie der Baum können auch wir Teile von uns sterben lassen, die uns nicht mehr dienen.

Die Vorstellung  mag so erschreckend wirken wie der Anblick der sterbenden Bäume für meine Kollegin. Doch so wie der Baum nur einen Teil von sich sterben lässt um im Frühling neu zu erblühen, so können auch wir im Loslassen unsere Essenz neu sammeln.

In diesem Bestreben entwerfe ich alljährlich Vorsätze. Du erinnerst dich vielleicht an meinen Artikel „52 Vorsätze für das Jahr deines Lebens„?!

Ich habe dir von 13 Experimenten berichtet, die ich das Jahr über angehen wollte. Den Bericht habe ich mir bis heute nicht mehr angesehen, es gab keine Checkliste. Und doch habe ich bis heute bereits jedes umgesetzt.

Es ist ein wunderbar befreiendes Gefühl von so manch alter Gewohnheit loszulassen und wieder andere krallen sich fest und wollen partout nicht loslassen. 

Das wichtigste an diesem Punkt ist die kniffeligen Vorsätze nicht als Bürde zu werten – und kleine Fehlversuche nicht als Scheitern hinzunehmen.

Es ist vielmehr eine Chance, näher hinzusehen. Unser Blattkleid ist so vielschichtig und bunt… manchmal lässt es sich nicht so einfach abwerfen. Die Frage ist, ob wir uns davon aufhalten lassen.

Wie schnell lässt du dich unterkriegen? 

Nächste Woche erfährst du mehr von meinem Zuckerexperiment, das ich zu Jahresbeginn angekündigt habe. Unter dem Motto „Ich bin süß genug“ habe ich mir meinem Hunger nach schneller Energie genauer angesehen. Welche Hochs und Tiefs ich dabei erleben durfte – und ich spreche nicht nur von meinem Zuckerspiegel – erfährst du nächste Woche hier.

Titelbild: CC Flickr

 
 
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